LE ROMAN DE LA ROSE

geschrieben von Guillaume de Lorris

Liebeslieder zum Rosenroman, Frankreich 13. - 14. Jh.


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger - Mezzosopran

Baptiste Romain – Fidel, Dudelsack

Tobie Miller - Drehleier, mittelalterliche Blockflöten

Elisabeth Rumsey – Fidel


Sprecher: Wolf Euba


Der „Roman de la Rose“, ein Bestseller aus dem 13. Jahrhundert, ist ein auf Altfranzösisch verfasster Versroman über die  Liebe und die höfische Gesellschaft. Er gilt als ein zentrales Werk der mittelalterlichen französischen Literatur und zählt mehr als drei Jahrhunderte hindurch zu den meist gelesenen und entsprechend oft kopierten Büchern der profanen französischen Dichtung, inspirierte über 200 Jahre Dichtermusiker, die sog. Trouvéres, die Komponisten der „ars nova“ mit Guillaume de Machaut an der Spitze und die Komponisten der „ars subtilior“.


Guillaume de Machaut schuf Balladen, Rondeaus und Virelais, in denen die Tugenden und Laster des Rosenromans zum Zuhörer sprechen. Seine Musik verleiht der Dichtung eine außergewöhnliche Individualität. Allegorien, Gefühle, die zu Personen erwachen und in subtilster Weise charakterisiert sind, agieren auf dem Schauplatz der Innenwelten eines Menschen. Diese Errungenschaft ist die Faszination des Rosenromans. 

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„MEIN HERZ DAS IST VERSEHRT“

Oswald von Wolkenstein (um 1377 – 1445)

Lieder von Oswald von Wolkenstein und Improvisationen über sein Werk


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger - Mezzosopran, Mittelalterflöte

Bernd Oliver Fröhlich - Tenor, Saxophon

Joel Frederiksen - Bass, Laute


Oswald von Wolkenstein, der fahrende Ritter, Politiker und Diplomat gilt heute als der deutschsprachige Lieder-Autor des späten Mittelalters. Was seine Biographie angeht, ist er eine der am besten dokumentierten Persönlichkeiten des Mittelalters überhaupt. Neben seinen Liedern sind eine ganze Fülle von Dokumenten über seinen Lebensweg und seinen politischen Werdegang auf uns gekommen.


Das Ensemble  PER-SONAT interpretiert Oswald von Wolkenstein gemäß der historischen Aufführungspraxis, daneben aber und wir denken im Sinne Oswalds, ungehemmt, verspielt und kreativ. Die drei international renommierten Sänger der Alten Musik Szene setzten dabei ihre spezifischen Interessen an der musikalischen Moderne ein: Sabine Lutzenberger als Avantgarde-Sängerin, Bernd Oliver Fröhlich als Jazz-Saxophonist und Joel Frederiksen als Folk-Sänger und Lautenist.

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PARIS um 1200

Die Wiege der europäischen Mehrstimmigkeit


Ein Spiegel philosophischer Reform und religiöser Tradition


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger – Stimme, Mittelalterflöte

Miriam Andersén – Stimme, Mittelalterharfe

Felix Stricker –Zugtrompete


Der Welt den Rücken zu kehren und zu Askese und Armut zurückzukehren ist eine Strömung, die vorbereitende Aufklärung, das „sich nach Außen wenden“, die andere. Die kompositorischen Vermischungen von religiöser und profaner Dichtung und Musik spiegelt Umbrüche in Theologie, Philosophie und Politik.

In unserem Programm stehen sich die kunstvolle mehrstimmige Musik an der Kathedrale Notre Dame in Paris des 12. und 13. Jahrhunderts sowie die französische, höfische Musik und die traditionelle einstimmige Choralpraxis der Zisterzienser gegenüber.

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ROM

Spätantike und Frühchristliche Musik


spätantike Hymnen, 2. Jh.

byzantinische Hymnen, 9. Jh.

frühchristliche Gesänge, 3. Jh.

altrömischer und 
ambrosianischer Choral, 4.- 7. Jh.


PER-SONAT
Sabine Lutzenberger – Mezzosopran

Tobie Miller – Sopran, Drehleier, mittelalterliche Blockflöten

Baptiste Romain – Fidel, Dudelsack

N.N. - Tenor

N.N. - Bariton

Hans Ganser - Bass


Rom- Zentrum des antiken Weltreiches, Sitz des Christentums: Keine andere Stadt besaß in der Antike und der Zeit des frühen Christentums eine vergleichbare Bedeutung. Erst mit dem Ausbau Byzantions unter Kaiser Konstantin (ab 330: Konstantinopel als neuer Sitz des Kaisers) wird die Teilung in eine westliche und östliche Hälfte des römischen Reiches vorbereitet. Das Mailänder Toleranzedikt (313), das den Christen Religionsfreiheit gewährt, ermöglichte eine rasche Ausbreitung des Christentums.

Unser Konzert spürt diesen bewegten Zeiten nach und macht die früheste schriftlich überlieferte Musik der römischen Kaiserzeit, des frühen Christentums und des byzantinischen Kaiserhofes wieder erlebbar.

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KULT

Lieder des Mittelalters zur Verehrung der Heiligen


Kassia, 9. Jh. Byzanz 

Hildegard von Bingen, 12 Jh. Rheinland 

Marienlieder  der Trouvères, 13. Jh. Frankreich


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger – Mezzosopran

Tobie Miller – Sopran, Drehleier, mittelalterliche Blockflöten

Baptiste Romain - Fidel


Unser Programm portraitiert, Kassia, eine byzantinische Äbtissin und Komponistin aus dem 9. Jh., die in ihrer Tradition des griechisch-orthodoxen Choralgesangs eigene Texte vertonte. Hymnen waren ein wesentlicher Teil des Heiligenkultes in Byzanz. In der spätbyzantinischen Zeit existierten bereits Hymnen auf die wichtigsten Heiligenfeste jeden Tages des Jahreszyklus, die in den Menaia überliefert wurden.

Daneben steht die Benediktiner Äbtissin und Komponistin Hildegard von Bingen des 12. Jahrhunderts. Ihre mystischen Gesängen sprengen in Hinsicht auf Emotionalität und musikalische Formen die Grenzen des gregorianischen Chorals. Ihre persönliche Beziehung zu Gott als Mystikerin ist überschwänglich, erotisch und voll absoluter Freude.

Die Trouvères, die französischen Minnesänger, schreiben nicht nur höfische Kanzonen für die unerreichbare Schöne, sie widmen ihre Liebeslieder ebenso der Gottesmutter Maria. Faszinierend dabei ist dass die Anbetung Marias ebenso leidenschaftlich gestaltet wird wie die Anbetung der begehrten Dame.

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CAELO MISSUM MUNDO

Hildegard von Bingen (1098-1179)

Geistliche Lieder aus dem Riesenkodex, Hessische Landesbibliothek Wiesbaden


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger, Mezzosopran

Norbert Rodenkirchen, Mittelalter Traversflöten, Harfe


Das Programm „Caelo missum mundo“ widmet sich den Gesängen der heiligen Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert, deren Lebenswerk aus Heilkunde, mystischer Theologie, Kunst und Musik erst in unserer Zeit maßgeblich wiederentdeckt und gewürdigt wurde. Wohl keine andere mittelalterliche Persönlichkeit ist heutzutage international so bekannt und geschätzt wie die rheinische Mystikerin. Der Grund hierfür wird auch in diesem faszinierenden Konzert, in dem die Musik aus der originalen Neumennotation des 12. Jh. interpretiert wird, unmittelbar zu erfahren sein.

2005, Norbert Rodenkirchen

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MYSTISCHE GESÄNGE DES MITTELALTERS

Heinrich von Meissen (1250 – 1318)


TAUGENHORT


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger - Mezzosopran

Norbert Rodenkirchen - mittelalterliche Traversflöten, Harfe


Beim Taugenhort, des Heinrich von Meißen handelt es sich um ein Meisterwerk mittelalterlicher Lyrik. Grandiose dichterische Allegorien zeigen die himmlische Jungfrau in immer neuen und sich überlagernden Facetten, welche von Naturkunde, theologischen Anschauungen, Astronomie und von der weltlichen Minnelyrik inspiriert sind. Die Melodien folgen den Kirchentönen und ordnen sich ganz dem Text unter.  2005, Norbert Rodenkirchen


„Die improvisierte instrumentale Begleitung korrespondiert mit dem Gesang auf geradezu ideale Weise und intensiviert die »nonverbale« Vermittlung des Textes."

Bernhard Morbach, RBB Kulturradio 3.4.2008

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„DAS HOHE LIED DES SALOMONS“

John Dunstable (1390-1453)

geistliche Motetten


PER-SONAT

Sabine Lutzenberger – Mezzosopran, Blockflöten

Marc Lewon – Tenor, Laute, Fidel

Baptiste Romain - Fidel

NN - Tenor

Tim Scott Whitely – Bass


John Dunstaple und die Engländer in Frankreich

„Mathematiker“, „Astronom“, „Prince of Music“ und „Was-Noch-Alles“ nennt das Epitaph auf John Dunstaple diesen herausragendsten unter den englischen Komponisten des 15. Jhs. Schon zu Lebzeiten in ganz Europa verehrt, wird er nach seinem Tode zur Legende stilisiert und in die Unsterblichkeit erhoben: „Am Tag vor Christi Geburt im 1453sten Jahr ging dieser Stern in die Himmel über“; und in einer Klage auf den Tod Ockeghems wird Dunstaple in einer Vision gemeinsam mit Dufay im Paradies gesehen, wie er Lobhymnen für die Engelschöre komponiert.


Das Hohelied der Liebe

Das „Canticum Canticorum“, „Lied der Lieder“, „Hohelied der Liebe“, der wohl lyrischste Teil des Alten Testaments, eine Sammlung von Liebes- und Hochzeitsliedern, die dem König Salomon zugeschrieben wurden, erfuhr in der Generation Dunstaples eine wahre Renaissance als Inspirationsquelle für Vertonungen.


Im vorliegenden Konzertprogramm erklingen neben den Hohelied-Motetten John Dunstaples und seiner englischen Kollegen auch einzelne Meßsätze dieses „Primus inter Pares“, wie Tinctoris ihn bezeichnet, sowie französische Kompositionen, die aus dem Kontakt mit diesem neuen Stil von der Insel hervorgegangen waren.

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